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Problemstandorte in Lebensräume verwandeln
"Tote" Ecken haben wohl alle im Garten. Stellen, an denen es zu trocken, zu feucht, zu heiß, zu dunkel ist und "nichts" wächst. Angesichts der Klimakrise werden solche Problemstellen nicht weniger. Aber: tote Ecken lassen sich zum Leben erwecken.
Zum Beispiel mit Totholz.
Klingt paradox, funktioniert aber super. Denn Totholz ist gar nicht tot. Nur der gefällte Baum oder abgeschnittene Ast sind abgestorben, ins Holz zieht aber sofort neues Leben ein.
Käfer mögen Totholz besonders und mit einem sogenannten Käferkeller lassen sie sich reichlich in den Garten locken.

Warum Keller? Weil es kein Haufen ist, sondern eine Anlage unter der Erde. Incognito sozusagen. Falls es skeptische Mitgärtner gibt, sieht es dann nicht viel anders aus als eine gemulchte Fläche.
Als Material braucht es: Rindenmulch oder Hackschnitzel, Reisig, Astschnitt. Wichtig: Es sollte unbehandelt sein mit Pestiziden und Co, außerdem Totholz in Form von Baumstumpfen oder Holzscheiten. Je nachdem wie groß der Käferkeller wird, mehr oder weniger Holz.
Die Mindestmaße sollten 1m x 0,5m x 0,5m sein – das sind 0,25 m³. Für 1m³ braucht es 1000l Mulch, in dem Fall also 250 l. Das sind circa 5 Säcke oder 25 Wassereimer. Grabt ein Loch in den Boden, füllt mit einer Schicht Kies als Drainage. Dann die kleinen und großen Totholzstücke rein, darüber dann so viele Holzhäcksel bis der Rand der Grube wieder mit dem Boden abschließt.
Im „Erdgeschoss“, auf der Mulchdecke, kann man sich dann eine Bank oder ein Palettensofa hinstellen. Engerlingen und anderen Käferkindern ist es verhältnismäßig egal, wenn jemand auf ihrem Kopf herumtrampelt.
Ein Stockwerk mehr für noch mehr Tiere ist natürlich noch besser: Also keine Bank auf den Käferkeller stellen, sondern das überirdische Stockwerk anderen Tieren zugänglich machen. Mit noch mehr Totholz, einem Steinhaufen, Laub, das liegen bleiben darf - oder einer bunten Blumenauswahl drumherum.
Noch mehr Möglichkeiten, tote Ecken zum Leben zu wecken:
Oft gibt es ja nicht nur eine schwierige Ecke auf dem Grundstück, sondern auch noch die staubige Rückseite des Geräteschuppens, die feuchte Mauer an der Ecke zum Nachbarn, die knorrig verwurzelte Baumscheibe vom alten Apfelbaum.
Ein Patentrezept gibt es nicht, aber viele Möglichkeiten. Schauen euch einfach um, was die Natur an einem vergleichbaren Standort macht, die hat meist die besten Vorschläge.
Oder schaut in mein Buch "Mein Garten - mehr Arten"

Darin bekommt ihr noch mehr Ideen für noch mehr Problemstandorte, außerdem Pflanz-Tipps und viele weitere einfache Projekte, um das grüne Wohnzimmer klimafest und artenreich zu gestalten. Einige stelle ich hier in den nächsten Monaten nach und nach vor.
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