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Warum genau jetzt der perfekte Wildnis-Monat ist – und WILDNIS alles, was Gartenschläfer brauchen. FAST alles. |
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Alles ist grün und üppig, teils verblüht, aber bunt, das erste Laub, Fallobst, Efeu ist am Start und alles voller Insekten. Der Übergang vom Spätsommer zum Frühherbst ist die schönste Wildnis-Zeit. Mit viel, viel Nichtstun – was Gartenarbeit betrifft. Zeit, um einfach in der herbstlichern Sonne zu sitzen, Schmetterlinge am Efeu zu beobachten … und die Hände für andere Dinge frei zu haben, zum Schreiben zum Beispiel.
Diesen Newsletter, mit diesem Aufruf zu einem kleinen Zwischenspurt bei meinem aktuellen Crowdfunding „Blumen statt Flyer“. Mit dem möchte ich ja Samentütchen als Visitenkarte drucken lassen – Artenvielfalt säen statt Altpapier produzieren, Blumen statt Flyer also.
Dafür gibt es NEUE Dankeschöns: Kombi-Pakete, den Igel-Tunnel und – exklusiv nur im Crowdfunding – die Krautund Bücher-Tasche; und eine Wildnis-Schild-Tasche gibt es auch.

Als kleines Extra gilt: Alle, die bis kommenden Montag, 8. September, 12 Uhr eine große, kleine oder klitzekleine Spende geben, nehmen an der Verlosung eines Gartenschläfer-Nistkastens teil. |
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Gartenschläfer sind übrigens das "Gartentier des Jahres 2025", deshalb ist auch das monatliche "Garten-Glow-Up" für die Gartenschläfer. Dazu gibts weiter unten gleich noch mehr. Erstmal bleiben wir noch ein bisschen in der spätsommerlich eskalierten Garten-Wildnis. |
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Wildnis überall – auch auf dem Balkon
Wildnis im Garten, Fallobst, umkippende Stauden, raschelndes Laub – all das ist kein Chaos, sondern wertvoller Lebensraum. Und genau jetzt ist der perfekte Moment, euren Garten - oder Balkon - einfach so zu lassen, wie er ist. Und Fotos zu machen. Und euch damit mit meinem Wildnis-Schild auszeichnen zu lassen.
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Schon über 500 mal habe ich ein Wildnis-Schild bzw. ein Zertifzierungs-Workbook verschickt. Wow, oder?
Noch warte ich auf den ersten Wildnis-Balkon. Vielleicht ist euer der erste?
Wildnis ist nämlich nicht nur etwas für große Gärten. Auch kleine Flächen und Balkone zählen – als Trittsteine im Netzwerk der Natur. Gerade diese kleinen Inseln sind so wichtig in einer sonst artenfeindlichen Welt. Wie Trittsteine in einem Fluss helfen sie Tieren, neue Lebensräume zu erreichen.
Ob nur ein Balkon, ein vernachlässigtes Eckchen oder ein kleiner Gartenteil: Jede Wildnis macht einen Unterschied.

Genau darüber halte ich beim aktuellen online Bio-Balkon-Kongress einen Vortrag. Der Kongress ist kostenlos, startet dieses Wochenende, mein Vortrag läuft Montag und Dienstag. Ihr könnt euch jederzeit noch anmelden. |
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Wie soll das gehen, Wildnis auf dem Balkon? So zum Beispiel:
Laub und Verstecke arrangieren: Weinkisten oder Palettenmöbel sind perfekt, um Laub, Hölzer und Pflanzenreste optisch balkontauglich darunter verschwinden zu lassen. Riesige Totholzhaufen kann man auf einem Balkon schlecht anlegen. Von außen wirkt alles ordentlich, innen entsteht ein wertvoller Lebensraum für Asseln, Ohrkneifer, Käfer und Spinnen.
Pflanzt Sträucher: Auch auf Balkonen machen Sträucher oder kleine Gehölze viel aus. Es gibt mittlerweile fast alles für den Kübel. Sträucher bietet dauerhafte Strukturen, bieten Landeplätze für Vögel, Halt für Spinnennetze, verbessern das Kleinklima. Und liefern Pollen, Früchte und Blätter - klar.
Stauden stehen lassen: Stauden, die verblüht sind, nicht sofort abschneiden. Trockene Stängel bieten Insekten Schutz und Überwinterungsplätze – und sehen im Herbstlicht oft wunderschön aus. Am besten solche Arten pflanzen und säen, die verblüht auch noch schön aussehen. Der Balkon soll ja auch den Menschen gefallen.
Der Zufallstopf: Ein Blumentopf, in den einfach einzieht, was will: wilde Keimlinge, Moose, vielleicht ein kleiner Farn. Mit Steinen und Totholz wird er zu einem Mini-Wildnis-Stilleben und wenn der Topf ein besonders schönes Exemplar ist, sieht es aus wie Kunst. Und nicht wie Wildnis.
Wasserstellen: Ein kleiner Miniteich passt auch auf den Balkon, und wenn er euch verschlammt, kein Problem. Es reicht immer noch, um Insekten und Vögeln Feuchtigkeit zu bieten.
Blattläuse zulassen: Blattläuse sind kein Problem, sondern das Plankton des Gartens. Und des Balkons. Sie liefern Honigtau für Insekten und sind selbst Futter für Marienkäfer, Florfliegen oder Vögel. Am besten: einige „Opferpflanzen“ ansiedeln, die lenken die Läuse ab von euren Lieblingen und locken so richtig Blattlausfresser an. stehen lassen. Über die Großartigkeit von Blattläusen gibt es in meinem Blog einen ganzen Beitrag: "Alles voller Blattläuse" |
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Wie kommt ihr jetzt an so ein Wildnis-Schild?
Alle Informationen sind versammelt auf meiner Website unter www.krautundbuecher.de/wildnis-ist-in-Ordnung.
Hier im Newsletter möchte ich euch noch auf die Solidaritätsaktion fürs Wildnis-Schild hinweisen:
Wenn ihr gerne ein Schild hättet, es euch aber gerade nicht leisten könnt, meldet euch einfach bei mir. Wir finden dann sicherlich eine Lösung. Weil Wildnis für alle da sein soll und keine Frage des Geldes. Wer dagegen mehr geben möchte, darf das natürlich auch tun.
So oder so: Wenn ihr alles ausgefüllt habt, schickt ihr es mir zurück, zusammen mit einigen Fotos. Ich werte es wohlwollend aus, melde mich bei euch – und dann bekommt ihr euer Schild.

Und keine Angst: Mein Zertifzierungsverfahren ist keine Prüfung, sondern eine Einladung. Ich bin nicht die Wildnis-Polizei. Es soll Spaß machen – und ich bin neugierig, eure Wildnis kennenzulernen. |
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Und jetzt: Tadaaa! Ich freue mich riesig: Der Gartenschläfer ist von der Sielmann-Stiftung zum Gartentier des Jahres gekürt worden. Und Wildnis ist für Gartenschläfer ganz wichtig. Deshalb gebührt diesen Tierchen ....
... das Garten Glow-Up des Monats: "Ein Garten für den Gartenschläfer, und für seine felligen Freunde" |
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(Dankeschön für das Bild an Janine Schwanitz von @stadtwerkefrankenthal)
Eigentlich sind Gartenschläfer gar keine Gartentiere. Aber ihre eigentlichen Lebensräume – Mischwälder, Streuobstwiesen – verschwinden immer mehr. Heute finden sie Ersatz in dicht bewachsenen Gebieten mit vielen Verstecken: Kleingartenanlagen, Parks, Friedhöfe und eben auch Privatgärten – wenn sie naturnah gestaltet sind.
Meine persönliche Gartenschläfer-Geschichte
Eher zufällig bin ich bei der Recherche für mein Buch "Nahrungsnetze für Artenvielfalt" darauf gestoßen, dass Gartenschläfer eine einheimische Verantwortungsart sind - so wie Koalas in Australien. Gartenschläfer sind stark bedroht und gleichzeitig so unfassbar niedlich, dass sie ein wunderbares „trojanisches Pferd“ sind: Wer diese herzigen Tiere in seinen Garten locken will, muss wilder gärtnern – und davon profitieren unzählige andere Arten.
Gartenschläfer sind außerdem für meinen Nistkasten-"Fetisch" verantwortlich. Früher war ich bei Nistkästen skeptisch. Oft hängen sie ja in Gärten, in denen sonst nur grüner Beton herrscht. Aber: Manche Tiere brauchen solche kleinen Holz-Höhlen – und die gibt es immer weniger, weil sie natürlich eigentlich nur in alten Bäumen vorkommen. Deshalb bin ich mittlerweile überzeugt: Von Nistkästen gibt es nie genug, auch im wildesten Garten nicht. Lieber bleibt einer leer, als dass ein Tier ohne Zuhause bleibt. Es wohnen ja nicht nur Vögel drin. Oder Gartenschläfer. Sondern auch Fledermäuse, Hummeln, Schmetterlinge oder Hornissen.
Jedenfalls: Gartenschläfer und die eng verwandten Siebenschläfer oder Haselmäuse nutzen rund ums Jahr Höhlen und davon gerne mehrere gleichzeitig: Tagesverstecke, Kinderzimmer, Schlafhöhlen. |
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Dank Gartenschläfern gibts meine Nistkästen
Aus meiner Gartenschläfer-Begeisterung heraus habe ich vor zwei Jahren ein Crowdfunding gestartet und Gartenschläfer-Nistkästen produzieren lassen. Sie waren vergriffen – jetzt habe ich nachbestellt und mein Sortiment erweitert: um einen Vogel-Nistkästen für Nischen- und Höhlenbrüter, eine Wiesel-Wohnunge gegen Wühlmäuse; ein Igel-Tunnel ist auch dabei. 
Alle sind vorbestellbar in meinem kleinen online KrautundBücher-Shop.
Und: die neue Charge ist fast fertig.
Ich freue mich riesig über eure VORBESTELLUNGEN.
Dann kann ich die "Alles-wird-teurer"-Schlussrechnung gut bezahlen.
Und: Weniger Arbeit habe ich dann außerdem. Denn wenn der Lieferwagen mit den Kartons in wenigen Wochen hier anrollt, werde ich einen Teil einlagern. Alle, die schon bestellt haben, kann ich gleich weiterverschicken.
Um euch meine Bequemlichkeit auch schmackhaft zu machen, gibt es bis zum 15. September einen Vorbestellrabatt. Und ihr könnt sicher sein, eure Tunnels, Häuschen und Kästen auch zu bekommen, bevor sie womöglich schon wieder ausverkauft sind. |
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Klar ist aber auch, ein Nistkasten allein "glowed" noch keinen Gartenschläfer-Garten.
Wie bei uns Menschen zählt auch bei den Tieren: Die Lage ist entscheidend. Damit Gartenschläfer (und viele andere Tiere) sich bei euch wohlfühlen, könnt ihr folgendes tun:
Wilde Ecken schaffen und lassen. Nicht nur, damit die "Gartis" reichlich Moos, Laub und Co finden, um ihre Höhlen mit Nestern auszupolstern, sondern auch damit im Garten genug zu fressen "wächst". Gartenschläfer fressen alles, aber am aller liebsten Insekten und andere Krabbel- und Kriechtiere. Und sogar Schnecken gehören zum Speiseplan, sogar dicke Nacktschnecken. Wenn das kein Grund ist, Gartenschläfer in den Garten einzuladen?
Ein abwechslungsreicher Garten mit Sträuchern, Kletterpflanzen, Hecken, Stauden und alten Bäumen bietet außerdem ideale Rückzugsräume. Gartenschläfer mögen es, wenn sie in Deckung bleiben können – so sind sie gut geschützt vor Katzen, Mardern oder Greifvögeln.
In solchem Gestrüpp können sie sich auch ihre Kugelnester bauen, falls keine Höhle da sein sollte. Als Unterschlupf nehmen sie zur Not alles, Sonnenschirme oder Schubladen vom Werkstattschrank. Auch "normale" Nistkästen. Ihr müsst natürlich keinen speziellen Bilch-Kasten aufhängen. Wichtig ist eher dickes Holz, damit die Höhle auch bei Frost im Winter gut isoliert ist. Das Holz sollte rauh sein, damit die Kleinen gut rein und raus klettern können. Und wenn ihr das Loch nach hinten hängt, dann macht kein Vogel den Bilchen ihren Kasten streitig. Außer Baumläufer vielleicht.
Stellt Schalen oder Mini-Teiche bereit, Wasser ist immer wichtig. Und wichtig ist auch, dass offene Gefäße, Regentonnen oder Pools nicht zur Falle werden: Rampen, Deckel oder flache Uferzonen retten Leben. Nicht nur die von Gartenschläfern.
Außerdem: Keine Schlagfallen, keine Schneckenkörner, kein Rattengift. Als näschiger Allesfresser sind Gartenschläfer direkt gefährdet durch Giftköder, weil sie alles probieren. Und indirekt über die Nahrungskette auch. Je mehr Insekten "vernichtet" werden, desto weniger finden die Bilche zu fressen.
Mit diesen Maßnahmen schafft ihr nicht nur einen Glow-Up für Gartenschläfer, sondern für unzählige andere Arten. |
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Zum Beispiel für: Eichhörnchen

Auch Eichhörnchen profitieren von wilden, sicheren Gärten. Auch sie lieben alte Bäume für ihre Kobel und als Polster nutzen sie gerne Moos, Zweige, Blätter und alte Pflanzenfasern. Wildnis also. Eichhörnchen leben bislang noch ganz gut in unseren Kulturlandschaften. Ihnen Gutes zu tun ist trotzdem eine gute Idee. Auch weil fast nichts so schön ist, wie Eichhörnchen zu beobachten. Und anders als Gartenschläfer sind sie tagaktiv und recht wenig scheu.
Denn auch für Eichhörnchen wird es enger. Alte Bäume werden gefällt, Straßen zerschneiden ihre Reviere und verursachen viele Verkehrsopfer vor allem unter Jungtieren. Insektensterben und Trockenheit erschweren die Nahrungssuche. Eichhörnchen haben einen enorm hohen Energieverbrauch. Auf ihrem Speiseplan stehen Nüsse und Samen, Knospen und Blätter, Pilze, Käfer und andere Insekten – und manchmal sogar Vogeleier. Sie sind also flexibel und finden fast überall etwas, wenn das Angebot vielfältig genug ist.
Einen langen Beitrag mit Beobachtungstipps und praktischen Hinweisen findet ihr auf meiner Website im Blog. |
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Noch mehr Informationen zu Gartenschläfern und eine ausführliche Anleitung für einen Gartenschläferkasten "Marke Eigenbau" findet in meinem Buch "Mein Garten - mehr Arten".

Darin bekommt ihr noch viele Garten-Glow-ups mehr: für kleine Gründächer, lebendige Problemstellen, ein Regenspeicherbeet oder Lichtsauberkeit im Garten. |
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Alles über Eichhörnchen (und viele andere Gartentiere mehr) gibts in Wort und wunderschönen Bildern in meinem Buch „Ein Garten vieler Tiere".

Alle meine Bücher gibts überall wo es Bücher gibt. Und auch in meinem kleinen Online-Shop. Dann gerne auch mit Widmung. |
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... habe ich alle meine Termine für euch aktualisiert: Diesen Monat bin ich viel unterwegs. Alle öffentlichen Veranstaltungen findet ihr auf meiner Website. Am Sonntag lese ich in Leer, ab Montag halte ich meinen Vortrag beim Bio-Balkon-Kongress, am darauffolgenden Wochenende bin ich bei den Gartentagen Gaissmayer, dann mit dem Vortrag "Klimafest und artenreich" in Sasbach und Ende September auf der Preisverleihung von "Deutschland summt" in Berlin.
... gibt es jetzt auchein Newsletter-Archiv. Falls ihr mal eine Ausgabe verpasst habt oder noch nicht von Anfang an dabei seid könnt ihr darin stöbern.
... findet ihr neu auf meiner Website einen kleinen Avatar von mir, der (die?) euch zum Chat einlädt. Noch ist es ein Prototyp, aber probiert ihn gerne aus und gebt mir Rückmeldung. |
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Und zum Schluss: Mal was anderes als wild wucherndes Efeu, dass erst nach gefühlt Jahrzehnten blüht: Strauch-Efeu. Wächst auch auf dem Balkon und blüht vom ersten Tag an, kostet selbstgemacht außerdem keinen Cent. Neugierig? Dann klickt hier.
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Und ganz zum Schluss ....
.... wünsche ich euch einen einen schönen, wilden September. Ich freue mich auf eure Wildnis-Einreichungen und eure Vorbestellungen. Im Oktober erscheinen dann die nächsten KrautundBücher-News, dann unter anderem mit dem Thema Laub. Freut euch drauf. Danach werdet ihr nie wieder über Blätter stöhnen, sondern jedes einzelne willkommen heißen – auch auf dem Balkon.
Sigrid |
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