Glockenblumen statt Geranien
Die wunderbare Welt der Glockenblumen – warum sie in jeden Garten und auf jeden Balkon blühen dürfen sollten.
Glockenblumen sind diese Pflanzen, die viele von uns aus Kinderzeichnungen kennen. Blümchen mit klarer Form, leuchtend violett oder weiß, freundlich und vertraut. Und doch werden sie im Gartenalltag oft unterschätzt, zugunsten typischer Balkonklassiker oder aufwendig gepflegter Stauden. Und so schön wie sie sind, können es doch auch keine Wildnis-Blumen sein?! Doch!
Glockenblumen sind schön genug für ordentliche Beete – und wild genug für lebendige Gärten. Sie verbinden Ästhetik mit Ökologie, ohne laut oder aufdringlich zu sein und damit die perfekten Blumen für den Wildnisgarten.
Wilde Normschönheit
Campanula gibt es in hunderten Arten. Von der zarten Wiesenglockenblume bis zur imposanten Pfirsichblättrigen Glockenblume. Es gibt winzige Polsterglockenblumen und meterhohe Stauden.
Glockenblumen gibt es für jeden Standort: Sie wachsen auf Wiesen, in feuchten Ecken, im Wald, im Schatten, an Wegrändern, zwischen Rosen und zwischen Pflastersteinen. Auch auf dem Balkon oder der Fensterbank machen sie bella figura.
Und: Mit der richtigen Auswahl blühen immer eine Glockenblume, vom Frühling bis in den Herbst.
Glöckchen für Glöckchen für Insekten
Pollen und Nektar sind beliebt bei Hummeln, Schwebfliegen und Wildbienen, auch Schmetterlinge und ihre Raupen mögen Glockenblumen. Manche Arten sind sogar spezialisiert auf Glockenblumen als Nahrungsquelle – etwa bestimmte Scherenbienen oder Raupenarten. Die Samen mögen die Vögel und in den großen Blüten schlafen Käfer oder richten Spinnen ihr Jagdrevier ein.
Und selbst nach der Blüte bleibt die Pflanze wertvoll: weil verblühte Glockenblumen recht ästhetisch aussehen, fällt es leicht, sie stehen zu lassen. So können auch Insekten darin, daran, darunter überwintern.
Vorteil für uns, wenn die Glockenblumen stehen bleiben, auch verblüht – wenn wir zulassen, dass sie sich versamen und verteilen, werden es immer mehr und in jeder Lücke blüht dann irgendwann ein Glöckchen.
Noch mehr Tolles über Glockenblumen
- Glockenblumen sind essbar (Blüten als Dekoration).
- Je nach Art sind die Glöckchen recht robust und eignen sich zum Spielen und Sandkuchen dekorieren.
- Viele Arten eignen sich als Schnittblumen – auch die braucht man dann nicht mehr zu kaufe
Glockenblumen auf dem Balkon? Ja, bitte. Besser als Geranien.
Setzt die Glockenblumen in große, tiefe Töpfe, so dass sie dort ein bisschen Eigenleben wie im Garten führen können. Gerne zu mehreren.
Gießen: gleichmäßig, aber mäßig; undvkeine Pflanzenschutzmittel oder ähnliches: Auch Blattläuse sind Insekten. Glockenblumen sind keine Zuchtzimperliesen und vertragen das.
Rückschnitt: nur teilweise oder gar nicht und über den Winter stehen lassen: Selbstversamung zulassen
FAQ: Fragen & Antworten
Sind Glockenblumen mehrjährig? Viele Arten ja. Und die anderen erhalten sich durch Ableger oder Selbstaussaat auch, wenn ihr sie lasst.
Sind Glockenblumen winterhart? Die meisten heimischen Arten sind frostfest, ja. Glockenblumen sind robust und pflegeleicht.
Verwildern Glockenblumen stark? Sie säen sich aus – aber nicht aggressiv. Wo es ihnen gefällt, da wachsen sie. Sollten sie sich mal einen Ort aussuchen, der euch nicht passt: einfach rausziehen. Anders als Giersch oder Disteln leisten sie da keinen Widerstand.
Wenn ich mich entscheiden müsste für nur eine Blume im Garten, dann würde ich Glockenblumen wählen. Zum Glück ist das ja komplett hypothetisch und es gibt jede Menge mehr Blumen, Kräuter, Pflanzen, die wild sind und schön. Selbständig, ästhetisch, robust, insektenfreundlich, ökologisch extrem wertvoll.
Mein Buch „Selbst ist die Pflanze“ ist voll von solchen Pflanzen für jeden Standort, jede Jahreszeit, jeden Geschmack.
Meine Bücher gibt’s überall wo es Bücher gibt und auch in meinem kleinen Online-Shop, dann auch gerne mit Widmung, wenn ihr das wünscht.
In meinem KrautundBücher-Shop gibt es auch noch eine EBooklet dazu: „Lass das mal die Blumen machen“, eine lange Liste mit allen Pflanzen, wie ihr sie fördern, lenken, leiten, vermehren und begrenzen könnt, und welchen Tieren ihr mit welchen Pflanzen eine besondere Freude macht. Für alle, die nicht so gerne so viel lesen, sondern lieber gleich loslegen wollen: zum Download gegen eine kleine Gebühr.

