Glücksklee übersommern

Warum Glücksklee nicht nur Silvesterdeko sein muss und Weihnachtspflanzen keine Wegwerfware sind.

Millionen Töpfchen Glücksklee kaufen oder verschenken wir jedes Jahr zu Silvester. Weil Glücksklee frisches Grün in den Winter bringt. Und natürlich, weil vierblättriger Klee als Glückssymbol gilt. Das kann man fürs neue Jahr ja gut gebrauchen. Und dann? Dann stehen die Töpfe oft schon wenige Tage später schlapp auf der Fensterbank. Sie welken, mickern, verlieren Blätter und landen nicht selten kurz nach Neujahr im Müll. Schade eigentlich. Denn Glücksklee lässt sich mit wenig Einsatz über den Sommer bringen und im nächsten Winter wieder verwenden. Das ist nicht nur schön für die Pflanze, sondern spart auch Plastiktöpfe, und ihr müsst nicht jedes Jahr aufs Neue Glücksklee aus Massenpflanzenproduktion kaufen.

Die vier Blätter, die beim heimischen Klee eine Ausnahme sind, sind der Normalzustand bei Oxalis tetraphylla, dem vierblättrigen Sauerklee. Er stammt ursprünglich aus Mexiko, kam über England nach Europa und wird hierzulande seit dem 19. Jahrhundert kultiviert. Heute werden jedes Jahr Millionen dieser Pflanzen gezielt für den Jahreswechsel herangezogen und als Glücksbringer verkauft.

Und hier kommt jetzt die Anleitung, wie ihr euren Glücksklee jahrelang immer wieder verwenden könnt:

Nach Silvester darf der Klee in einen etwas größeren Topf umziehen, die einzelnen Knollen sitzen sehr eng aufeinander. Einfach mit normaler, torffreier Blumenerde oder Gartenerde auffüllen.

Die nächste Zeit mag der Glücksklee es hell, aber kühl. Ideal sind Temperaturen um die zehn Grad, etwa im Winterquartier bei Oleander, Zitruspflanzen oder anderen Kübelpflanzen. In gut geheizten Wohnräumen ist es ihm schnell zu warm.

Gießt sparsam. Erst wenn die Erde um die kleinen Zwiebelknöllchen trocken ist, wieder Wasser geben. So bleibt die Pflanze kompakt und schießt nicht in die Höhe.

Ab nach draußen im Frühjahr: Sobald keine Fröste mehr drohen, darf der Klee nach draußen. Ein heller, halbschattiger, geschützter Platz ist ideal, Freiland oder Topf ist ihm egal. Ein bisschen Kompost oder Ähnliches freut ihn.


Fühlt sich der Klee richtig wohl, blüht er im Sommer sogar. Weiß oder rosarot, je nach Sorte.

Glücksklee ist allerdings nicht winterhart. Vor dem ersten Frost sollten die Knöllchen ausgegraben und hell und kühl gestellt werden. Zu Silvester zieht er für ein paar Tage wieder ins Haus. Und dann fängt das Ganze wieder von vorne an.

Auch die alten „Weihnachtspflanzen“ bitte nicht wegwerfen: Auch Amaryllis, Weihnachtsstern und Christrose sind in echt keine Saisonartikel zum Wegschmeißen, sondern mehrjährige Pflanzen, die man gut weiterpflegen kann.

Und es gilt auch für die nächsten Kandidaten, die jetzt nach den Feiertagen in die Läden kommen, um den Frühling vorwegzunehmen. Auch die kann man weiterleben lassen, und solche bunten Töpfe lassen sich auch selbst vorbereiten. Dazu gibt es in den nächsten Wochen einen extra Blog-Artikel.

Jetzt widmen wir uns noch Amaryllis und Co: Bitte gebt ihnen eine Chance.

Amaryllis: Viele Amaryllis sind in Wachs getaucht. Diese Wachsschicht sollte entfernt werden. Sobald die letzte Blüte verwelkt ist, könnt ihr die Blütenstiele direkt an der Basis abschneiden. Das Blattgrün bleibt unbedingt bestehen, es sammelt Licht und Kraft und füllt die Zwiebel mit Energie. Regelmäßig gießen. Aber nie direkt auf die Zwiebel. Deshalb sollte die Amaryllis auch geschützt stehen, wenn sie ab Mai nach draußen umzieht. Ein bisschen guter organischer Dünger an die Füße wäre ihr willkommen. Ansonsten aber gilt: Weniger Pflege ist oft besser als zu viel. Einfach vergessen und in Ruhe lassen bringt die besten Ergebnisse. Ab Spätsommer beginnt die Ruhephase. Die Blätter vergilben, trocknen ein, ziehen ein. Dann kommt die Zwiebel an einen kühlen, dunklen Ort, damit sie erstens nicht von Frösten ausgeknockt wird, die kennt sie von zu Hause so nicht. Und damit sie das Gefühl bekommt, dass jetzt „Winter“ ist und sie auch dafür empfänglich ist, im simulierten Frühling im warmen Wohnzimmer Blätter und Blüten zu entfalten. Damit es zu Weihnachten klappt, solltet ihr spätestens Mitte November damit anfangen: Die Zwiebel in einen frischen Topf setzen und langsam angießen. Sobald der erste Trieb da ist, wärmer stellen und mehr gießen. Und dann fängt auch hier das Ganze wieder von vorne an.

Manchmal passiert es übrigens, dass eine Amaryllis bereits im Sommer blüht oder erst an Ostern. Pflanzen sind halt Lebewesen, keine Maschinen.

Weihnachtsstern: Die roten „Blüten“ sind in Wahrheit Hochblätter, die richtigen Blüten sind ziemlich klein. Die roten Blätter fallen oft als Erstes ab, aber wenn ihr den Stern dann nicht sofort entsorgt, wird das mit einem zweiten Leben belohnt, das oft jahrelang hält. Der Weihnachtsstern stammt aus Mittelamerika und wächst dort als Strauch oder kleiner Baum. Hier bei uns sollte der Weihnachtsstern nicht zu warm stehen, nicht zu kalt, irgendwas um die 15 bis 20 Grad ist ideal. Gießen: mäßig, regelmäßig und keine Staunässe im Topf. Sonst lässt er sofort die Blätter fallen. Was allerdings im Frühling sowieso passiert. Das sieht schlimm aus, ist aber eigentlich nur das Übliche, wie auch bei unseren Bäumen. Die Pflanze geht jetzt in die Ruhephase. Kühler stellen, kaum gießen hilft dabei. Nach ein paar Wochen zurückschneiden, was vergilbt und krümpelig ist. Anschließend kommt der Weihnachtsstern in frische Erde und kann ins Helle und Warme. Er bekommt wieder Blätter und sieht fast aus wie neu. Was noch fehlt, sind die roten Hochblätter. Dazu braucht es ein paar Tricks: denn die bilden sich nur, wenn er über mehrere Wochen hinweg täglich mindestens zwölf Stunden absolute Dunkelheit bekommt. Jeden Abend einen Karton drüberstülpen für mindestens zwölf Stunden und tagsüber dann wieder abnehmen simuliert das recht zuverlässig Damit es bis zu Weihnachten klappt, solltet ihr ab Ende September damit starten.

Christrose: Christrosen haben jetzt sowieso Hochsaison. In der Natur blühen sie ebenfalls im Winter, und zwar draußen im Frost. Deshalb gilt hier ganz klar: so schnell wie möglich aus dem Adventsgedeck im Zimmer raus in den Garten oder auf den Balkon. Sie kommen zuverlässig wieder und brauchen keine Sonderbehandlung.

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