Genial gegen Laub, Schnecken und Wühlmäuse

Etwas im Garten, dass Laub verschwinden lässt, gegen Schnecken hilft, gegen Wühlmäuse auch; und das auch noch Igel und Spitzmäuse beschützt? Wer hätte das nicht gerne? 

So eine geniale Laubsammelmaschine hätten wahrscheinlich alle gerne im Garten. Deswegen kommt hier die Bau-Anleitung.

Ernsthaft, eine Maschine? Bei KrautundBücher? Nein – natürlich nicht. Meine Laubsammelmaschine ist gar keine Maschine, sondern ein clever platzierter Laub-Holzhaufen, der in mehreren „Stockwerken“ kleine Räuber beherbergt: Schneckenfresser unten, Wühlmausjäger oben. Und während ihr nichts tut, erledigen Käfer, Wiesel und Co. die Arbeit für euch.

Wie ihr so eine „Maschine“ baut, habe ich in einer ausführlichen Schritt-für-Schritt-Anleitung zusammengestellt, als PDF, umsonst und zum Ausdrucken. Und zum An-den-Kühlschrank-Heften für den besten Zeitpunkt, mit dem Bauen loszulegen: im Herbst, wenn es losgeht mit dem Laub.

Hier gehts zum PDF  Laubsammelmaschine

Worum geht es bei der Laubsammelmaschine?

Die Laubsammelmaschine ist ein strukturiert gebauter Laubhaufen mit Unterkellerung. Keine Technik, kein Gerät, keine Kosten, reine Natur. 

Die Laubsammelmaschine sorgt dafür, dass euer Garten weniger Arbeit macht und gleichzeitig artenreicher an.

  • Im unteren Stockwerk ziehen Käfer ein, schneckenfressende Käfer: Laufkäfer, Glühwürmchenlarven, Mistkäfer. Und andere Krabbeltiere wie Hundertfüßer die reichlich Schnecken und Schneckeneier vertilgen. Sie bietet Höhlen und Winterquartiere für Igel, Amphibien und Kleinsäuger. Mehr darüber lest ihr im Blog-Beitrag „Käfer im Garten fördern“ und „Schneckeneier liegen lassen“

  • Zwischen Ästen und Laub werden mit Steinen, dicken Holzstücken oder auch mit extra Häuschen Höhlen „gebaut“; so was lieben zum Beispiel Mauswiesel. Und Mauswiesel sind die ökologisch eleganteste Art, sich Wühlmäusen zu entledigen ohne sich selbst die Hände schmutzig zu machen. Mehr darüber lest ihr im Blogbeitrag „Wühlmäuse loswerden?!“

  • Durch die sperrige Struktur mit viel Reisig, Ranken und Ästen verfängt sich herumfliegendes Laub wie von ganz allein. Laub ist unglaublich wichtig für den gesamten Kreislauf und sollte möglichst im Garten bleiben. Mehr darüber lest ihr im Blogbeitrag „Laub ist Liebe“

In einen solchen Haufen ziehen nicht nur Schneckenfresser ein oder Wiesel. Auch Kröten und Eidechsen können hier überwintern, Hummelköniginnen und Schmetterlinge. Vielleicht sogar Igel oder Spitzmäuse.

Und im Frühling, was ist dann mit der Laubsammelmaschine?

Auch im Frühjahr liegen lassen, bis alle ausgeschlafen haben. Vielleicht hat die Mauswieselin schon Nachwuchs.  Und: ein schöner kühler Laubholzhaufen ist für viele Tiere in heißen Sommern ein willkommener Unterschlupf.  Vor dem nächsten Herbst gerne anbauen, mehr Äste, mehr Zweige, mehr Ranken drauflegen. Dann kann die LAUBSAMMELMASCHINE so richtig loslegen, wenn das neue Laub dann kommt.

Das sieht wild aus? Das ist gut so.

Diese „Laubsammelmaschine“ ist ein perfekter Baustein für einen echten Wildnis-Garten. Ein Garten, der Tiere anzieht, statt sie zu vertreiben. Ein Garten, der nicht mehr Arbeit macht, sondern weniger, weil ihr die Natur für euch arbeiten lasst. Aber viel mehr Artenvielfalt hat.

Wenn ihr mögt, überlegt doch einmal, ob ihr euch für mein Wildnisschild zertifizieren lassen wollt. Das Schild ist eine Auszeichnung für wilde, artenreiche Gärten; es zeigt zum Beispiel den Nachbarn, dass Wildnis kein Zeichen von Unordnung ist, sondern Absicht. Und Artenvielfalt. 

Alle Infos zur Zertifizierung findet ihr hier.

Eine Antwort

  1. ich habe vor 47 jahren mit gärtnern angefangen und direkt ökologisch und biologisch. im laufe der jahrzehnte haben meine gärten mich viel gelehrt. heute teilen sich wildnis und angelegte blumenbeete meinen 500 qm großen garten. wir haben, entsprechend unseres kenntnisstandes mehr und mehr tiere durch vogelfreundliche hecken, viele nahrungs- und versteckmöglichkeiten für alle möglichen arten hereingelockt. ich freue mich überaus über jede neue entdeckung.
    die hauswand zur gartenseite ist mit wildem wein bewachsen. da gibt es nur 1 problem – der nachbar. leider will der wein ausgerechnet zu ihm rüberwachsen. da wir mittlerweile 75 und 81 jahre alt sind, ist das klettern auf die hohe leiter, haus ist 10m hoch, 3x/jahr nicht mehr so einfach. leider haben wir noch niemanden gefunden, der das für uns unternimmt. und der wein wächst und wächst. hast du einen tip, wie wir das behindern könnten?
    vielen dank im voraus.

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